Prompt Engineering reicht nicht aus

Alexander Schnabl
Alexander Schnabl ·

Prompt Engineering vermittelte uns die Illusion von Geschwindigkeit. Mit einem einzigen cleveren Prompt konnten Entwickler in Minuten Demos, Assistenten oder Sprachtools erstellen. Aber wenn es darum geht, unternehmenskritische Workflows in IT-Service-Desks, ERP-Systemen oder Finanzprozessen zu betreiben, reichen Prompts allein nicht aus. Unternehmen brauchen KI, die präzise, skalierbar und regelkonform ist. Es ist an der Zeit, über die Prototyp-Phase hinauszugehen.

Wo Prompt Engineering an Grenzen stößt

Auf den ersten Blick wirkt Prompt Engineering wie der beste Freund eines Tech-Teams. Es ist einfach und schnell umzusetzen - man füttert ein großes Sprachmodell (LLM) mit dem passenden Prompt und voilà: Schon hat man einen funktionierenden Chatbot oder Antwortgenerator. Doch in Unternehmenskontexten stößt dieser Ansatz schnell an seine Grenzen:

  • Kein Zugriff auf aktuelle Daten: Prompts basieren ausschließlich auf dem Trainingsstand des Modells. Sie können keine aktuellen, internen Unternehmensdaten abrufen, ohne riskante und manuelle Copy-Paste-Arbeit.
  • Leistungsschwankungen: Die Antworten variieren stark je nach Formulierung, was zu fragiler Logik führt, die unter Druck zusammenbricht.
  • Sicherheits- und Compliance-Risiken: Jeder API-Call an ein öffentliches Cloud-LLM birgt potenzielle DSGVO-Verstöße (siehe Artikel 5(1)(f)).
  • Keine kontextuelle Erinnerung: Prompts speichern kein strukturiertes Wissen zu Aufgaben, Rollen oder längeren Dialogen.
  • Hoher Wartungsaufwand: Anpassungen erfordern das Neuschreiben von Prompts, Testen verschiedener Varianten und das Beheben von Halluzinationen.

Kurz gesagt: Prompt Engineering erzeugt beeindruckende Demos, ist aber in der Produktion zu instabil.

Spezialisierte KI-Agenten statt cleverer Prompts

Bei S&S Technologies entwickeln wir spezialisierte AI Agents - autonome, rollenbasierte Systeme, die weit über einfache Prompts hinausgehen. Wir erweitern sie durch:

  • Retrieval-Augmented Generation (RAG): Aktuelle Unternehmensdaten werden zur Laufzeit eingebunden - so erhält das Modell echten Kontext.
  • Fine-Tuning mit LoRA und QLoRA: Wir passen Sprachmodelle an Ihre spezifischen Begriffe, Prozesse und Compliance-Anforderungen an.
  • Kontrollierte Automatisierung: Kombination aus Low-Code-Orchestrierung, Zugriffsrechten, Logging und Performance-Dashboards.

So reagieren Ihre AI Agents nicht nur - sie handeln. Sie greifen auf Datenbanken zu, aktualisieren ERP-Einträge, markieren Tickets und eskalieren Probleme - und das alles unter Beachtung unternehmensweiter Sicherheitsrichtlinien. Das Ergebnis: eine produktionsreife Automatisierungsschicht, auf die Sie sich verlassen können.

Wie die Agenten aufgebaut sind

Unsere Architektur setzt auf offene Tools und smarte Designentscheidungen - ausgelegt für den Unternehmenseinsatz. Der Ablauf:

  1. Agent-Design: Jeder Agent erhält eine klar definierte Rolle (z. B. Ticket-Triage-Bot, Rechnungsklassifizierer) - mit strukturierter Logik in n8n, einem leistungsstarken Open-Source-Orchestrierungstool.
  2. Echtzeit-Kontext mit RAG: Die Agents rufen Wissen aus internen Quellen wie Confluence-Wikis, Jira-Tickets oder SQL-Datenbanken ab - für fundierte, aktuelle Antworten.
  3. Domänenanpassung mit LoRA/QLoRA: Auf Basis von Datenclustering verfeinern wir kleine Sprachmodelle (SLMs) lokal. Einen Überblick gibt unser Beitrag LLM Finetuning: LoRA und QLoRA.
  4. Intelligentes Modell-Routing: Eine Governance-Node entscheidet in Echtzeit, ob das lokale SLM genügt - oder ob auf ein größeres Foundation Model umgeschaltet werden soll.
  5. Integrierte Compliance-Kontrollen: Vollständiges Audit-Logging, Rollenrechte (RBAC), Human-in-the-Loop und Fehlermonitoring machen Entscheidungen nachvollziehbar und sicher.

Das Ergebnis: kosteneffiziente, domänenspezifische und datenschutzkonforme Agents.

Was Agenten im Betrieb leisten

Im Gegensatz zu losen Prompt-Tools liefern diese AI Agents reale Produktionsergebnisse:

  • Genauere Ergebnisse durch kontextbezogene Eingaben und feinabgestimmte Entscheidungslogiken.
  • Weniger manuelle Eingriffe, insbesondere in ERP- und Service-Desk-Systemen.
  • Kürzere Durchlaufzeiten von der Ticketerstellung bis zur Lösung.
  • Geringere Kosten bei hohen Volumen, da ein Großteil der Agentenlogik lokal über SLMs ausgeführt wird - weniger Abhängigkeit von kommerziellen LLM-APIs.
  • Daten, die in der EU oder im Haus bleiben, mit den Protokollen, die interne Audits verlangen.

Dieselben Punkte finden sich in unserem Beitrag Kleine Sprachmodelle (SLMs): Agentenbasierte KI für Ihre Workflow-Automatisierung wider. Dort zeigen wir, warum sich die meisten Routine-Automatisierungen lokal und sicher abwickeln lassen.

Von der Demo in den Betrieb

Lassen Sie sich nicht von hübschen Demos auf Pilot-Projekte festnageln. Gehen Sie über Prompts hinaus:

  1. Identifizieren Sie KI-fähige Prozesse: z. B. Ticketklassifizierung, ERP-Updates oder HR-Vorqualifizierung.
  2. Führen Sie einen fokussierten Piloten durch: mit einem spezialisierten AI Agent, unterstützt durch RAG und/oder Fine-Tuning.
  3. Überwachen Sie Ihre KPIs: etwa Durchlaufzeit, Eskalationsraten oder manuelle Nacharbeit.
  4. Skalieren Sie mit Vertrauen: Governance-Logik, Logging und Routing-Regeln sichern den Betrieb ab.

Kontaktieren Sie unser Team unter office@sus-tech.at, um Ihre Use Cases zu besprechen.

S&S Technologies - Automatisieren. Optimieren. Skalieren.

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  • KI-Agenten für den Service Desk

    Agenten, die Tickets einordnen, zusammenfassen und weiterleiten und Antworten vorbereiten, angebunden an Matrix42, Jira oder ServiceNow über n8n.

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